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Bettina Preiß:
Verlagsstrategien für das wissenschaftliche Publizieren im digitalen Raum
Die Modernisierung der Informationswirtschaft läßt den bisher als Hersteller, Lektor, Händler usw. agierenden Wissenschaftsverlag zum Dienstleister werden.
Das Internet erlaubt strukturell die Margen nicht, die sich überlicher Weise mit wissenschaftlichen Publikationen erzielen lassen. Diese Gewinnverluste gegenüber dem konventionellen Buchverkauf können jedoch durch häufige und weltweite Zugriffe von vielen Einzelkunden kompensiert werden.
Für diese Bildungs- und Informationsinteressenten sind eine Reihe von technischen, organisatorischen und inhaltlichen Dienstleistungen notwendig, die Kosten verursachen und die sich als wirtschaftliche Interessen der Anbieter auswirken. Ein rechtlicher Schutz bei der Verwertung dieser Interessen ist erforderlich, notwendig und gerechtfertigt.
Dabei wird allerdings einer völligen Kommerzialiserung und Entstaatlichung der Bildung keinen Vorschub geleistet. Die meisten wissenschaftlichen Verlage reagieren vielmehr mit Besorgnis auf die kontinuierliche Senkung der staatlichen Bildungsausgaben - vor allem dann, wenn staatliche Einrichtungen wie Bibliotheken, universitäre Rechenzentren, Museen usw. versuchen, eine Kommerzialisierung ihrer Angebote durchzuführen mit dem Ziel, die Ausgaben noch weiter zu reduzieren.
Statt dieser sicherlich aussichtslosen Bemühungen sollten die staatlichen Einrichtungen dafür sorgen, daß die Herstellung und Verbreitung von Bildungsgütern nicht durch unnötige Kosten belastet wird. Eine wesentliche Verbesserung mit kostenreduzierender Wirkung wäre zum Beispiel die Einrichtung eines funktionstüchtigen öffentlichen Datennetzes - einer modernen Datenautobahn, die den Namen verdient.
Der Staat könnte allen Beteiligten dadurch am besten helfen, daß er sich ökonomisch, aber nicht kommerziell verhält.
Digitales Urheberrecht
Zwischen "Information Sharing" und "Information Control"
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